Straßenhund adoptieren – was ihr wissen müsst (und was Rio mich gelehrt hat)

Er hieß Pompie. Wurde von der Feuerwehr in Rumänien gerettet. Kam ins Tierheim. Wurde von einer deutschen Tierschutzorganisation vermittelt und hieß dann Bernie. Er landete als Pflegehund bei mir – eigentlich nur für kurze Zeit.

Meine Mama saß am ersten Tag bei mir, es war zufällig ihr 50. Geburtstag. Sie schaute ihn an und sagte: „Vielleicht hat er schon sein Zuhause gefunden.”

Ich hab das damals weggelacht.

Nach einer Woche ist er meinem Papa ausgebüxt. Ich musste die Polizei rufen. Bin mit der Polizei zum Fundort gefahren. Er war hundert Meter von meiner Wohnung entfernt. Ich hab Rotz und Wasser geweint – und in dem Moment gewusst: Dieser Hund gehört zu mir.

Nach vier Wochen habe ich ihn adoptiert. Meiner Familie erstmal nichts gesagt. Er heißt jetzt Rio.


Was ihr wissen solltet bevor ihr einen Straßenhund adoptiert

Straßenhunde sind wundervoll. Aber sie sind auch anders als Hunde die ihr ganzes Leben in einem Zuhause aufgewachsen sind. Hier ist was ich gelernt habe:

1. Sie brauchen Zeit – mehr als ihr denkt

Rio brauchte Wochen um wirklich anzukommen. Nicht Tage. Wochen. Er musste erst verstehen dass die Tür aufgeht und er trotzdem wiederkommt. Dass Essen immer da ist. Dass er bleiben darf.

Habt Geduld. Sie zahlt sich aus.

2. Trigger können überraschend sein

Rio ist leinenaggresiv. Zuhause ist er der kuscheligste Hund der Welt – er berührt mich im Schlaf, er ist immer Kontakt, er schläft im Bett. Draußen an der Leine kann er komplett anders reagieren.

Das ist kein Charakter-Problem. Das ist Geschichte. Straßenhunde haben Erfahrungen gemacht die wir nicht kennen.

3. Sie können unglaublich loyal werden

Rio ist ins Meer gesprungen – obwohl er Wasser hasst – weil ich zu weit weg war und er zu mir wollte. Er hat sich überwunden. Für mich.

Diese Bindung zu einem Straßenhund aufzubauen ist etwas besonderes. Man muss sie sich verdienen. Aber wenn man sie hat, hat man sie für immer.

4. Die Tierschutzorganisation ist euer bester Freund

Arbeitet eng mit der Organisation zusammen die den Hund vermittelt hat und sucht euch diese wirklich gut aus. Sie kennen den Hund, seine Geschichte, seine Eigenheiten. Sie sind auch nach der Vermittlung für euch da.

Für Rio war das der Schlüssel – wir wussten was ihn geprägt hat und konnten dementsprechend mit ihm arbeiten.


Was Rio heute macht

Er schläft im Bett. Er fliegt im Flugzeug. Er reist. Er hat vor vier Monaten Holly kennengelernt – meines Bruders kleinen Bolonka-Pudel-Mix – und ist der geduldigste “große Cousin” der Welt geworden.

Aus Pompie wurde Bernie und schließlich Rio. Aus einem Tierheim in Rumänien wurde ein Leben auf dem Sofa in Deutschland.

Rescued dog rescued me. 🐾


Wenn ihr über Adoption nachdenkt

Schaut euch bei deutschen Tierschutzorganisationen um die mit rumänischen oder osteuropäischen Tierheimen zusammenarbeiten. Es gibt viele Hunde die genau so auf ihre Chance warten wie Rio damals.

Es lohnt sich. Versprochen.


Rio ist übrigens großer Fan unseres Schnüffelteppichs. Mentale Auslastung hat ihm geholfen die Energie die er früher auf der Straße brauchte, sinnvoll zu kanalisieren.

👉 Zum Schnüffelteppich im Shop

Warenkorb
Nach oben scrollen